Archive for the ‘Anregungen zum besseren Denken’ Category

Alle Brücken hinter sich abbrechen - Der Weg nach vorn

Wednesday, June 30th, 2010

Wer sich wirklich entscheidend nach vorn bewegen will, muss manchmal alle Brücken hinter sich abbrechen.

Dies kann eine eigene und bewußt gefällte Entscheidung sein - also sich bewußt von Vertrautem zu trennen, sein Leben radikal zu ändern und  sich auch von bestimmten Menschen endgültig zu lösen.

Oft tragen auch die Lebensumstände dazu bei, dass der Weg zurück bzw. das Verbleiben im Vertrauten unmöglich ist.

Entscheidend ist:

Als Menschen haben wir eine gewisse “Gewohnheitsschwerkraft”, die uns dazu neigen lässt, im Gewohnten und Vertrauten zu verbleiben und den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen.

Persönliches Wachstum jedoch - genau so wie Muskelwachstum - geschieht vor allem in der Auseinandersetzung mit Widerständen.

Nicht nur an den Biographien bekannter großer Menschen (Gandhi, Luther King, Mandela)  lässt sich ablesen, dass “Größe” oft im Angesicht von Schwierigkeiten, “Gefahr” und  Bedrohung ensteht - das gilt auch für unseren ganz alltäglichen Weg zur persönlichen Größe.

Daher ist es, wenn Du wirklich wachsen und dich verändern möchtest, zuweilen eine kluge Strategie “alle Brücken hinter dir abzubrechen” - so dass Du gar keine andere Möglichkeit hast, als dich vorwärts zu bewegen.

Das heisst im übrigen nicht verantwortungslos und planlos vorzugehen, ganz im Gegenteil:

Zu einem intelligenten Abbrechen der Brücken gehört immer ein Plan B (und besser auch noch Plan C) - aber für DEN WEG NACH VORN, nicht die Rückkehr ins Gewohnte.

Es ist - so paradox das klingt-  manchmal einfacher, sich zu verändern, wenn man es sich schwer macht.

Und oft wachsen wir in Situationen der “Bedrohung” erst richtig über uns hinaus.

Nach dem Motto: “Schwerer werden, leichter sein” (Paul Celan)

Alles Liebe & Beste

          Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.


 

P.S.: Im Rahmen meiner Coach Ausbildung ab 8. Juli geht es auch immer wieder um “Brücken abbrechen”, “radikale Veränderung” und wie Du dich selbst und andere dabei unterstützen kannst.

Krisen - und wie Du sie meisterst

Tuesday, June 1st, 2010

Krisen, wirkliche Krisen, sind Zeiten in denen alles zusammenzubrechen scheint, dessen Du dir sicher warst oder an das Du bisher geglaubt hast.

Krisen kommen in vielerlei Gestalt: Als Gesundheitskrisen, finanzielle Krisen, Beziehungskrisen - oder auch alles auf einmal…

Ein Effekt von Krisen ist, dass Du herausfindest:

- was wirklich wichtig ist
- wer deine Freunde sind
- was von alledem, dass Du gelernt hast, wirklich etwas wert ist und funktioniert

 

Was wirklich wichtig ist

“Krise” ist ein aus dem Griechischen stammendes Substantiv zum altgriechischen Verb krínein, welches “trennen” und “(unter-)scheiden” bedeutet.

Und genau das verlangt eine Krise: Sich von Gewohnheiten trennen und neue Unterscheidungen treffen.

Die wichtigsten Fragen in einer Krise sind: “Was ist dir WIRKLICH wichtig?” und “Was musst und kannst Du anders denken und TUN als vorher?”

Es kommt in Krisen darauf an, die Prioritäten und die Grundrichtung deines Lebens zu ändern, so dass die in der Krise verborgenen Wachstumschancen genútzt werden können.

 

Wer Deine Freunde sind

Zunächst schicke ich voraus:
Ich wünsche dir inständig, dass Du nie in eine so tiefe Krise kommst, dass Du herausfinden musst, wer WIRKLICH Deine Freunde sind - denn in den meisten Fällen führt dies zu sehr schmerzhafter Ent-Täuschung.

Es gibt eine schöne Definition von Freund:

Ein Freund ist jemand, den Du nachts um 3 anrufst und der nur fragt: “Wo?” - “Wo soll ich hinkommen?” Ein Freund ist jemand, der da ist, wenn Du es bitter nötig hast… (Für wen würdest DU da sein? WIRKLICH da sein?)

Wer 3 Freunde dieser Sorte hat, kann sich SEHR glücklich schätzen.

 

Ich würde die Definition von “Freund” sogar noch mehr zuspitzen: Wer ist noch da, wenn Du ALLES verlierst? Geld, Gesundheit, Ruf, Beziehung?

Wer von dieser Art Freund EINEN hat kann mit Schillers Ode an die Freude sagen: Wem der große Wurf gelungen / eines Freundes Freund zu sein /…/ mische seinen Jubel ein.”

Für wen wärst DU in einer solchen Situation da?

Ein jeder trägt sein Leben allein, aber kein Mensch ist eine Insel.

Freundschaft, wahre Freundschaft, ist nicht nur in Zeiten der Krise unersetzlich.

 

Was wirklich funktioniert

Es gibt ein Sprichwort der amerikanischen Elite-Truppe ‘Navy SEALS’:”Je mehr Du in Zeiten des Friedens schwitzt, desto weniger blutest Du in Zeiten des Kriegs.”

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass all das was Du in der Vergangenheit gelernt hast und heute lernst und tust, die Ressourcen deiner Zukunft aufbaut.

Wer DU wirklich bist, was wirklich der Kern deines Daseins ist, dass findest Du oft erst dann heraus, wenn Du unter Hochdruck stehst.
Was von all dem erworbenen Wissen, den Fähigkeiten,  den Techniken wirklich funktioniert, wirst Du erst dann wissen, wenn dir eine Krise die Gelegenheit gibt, es herauszufinden.

In einer gewissen Weise ist Alltag daher immer auch Training für die Krise:

Je mehr Du in leichten Zeiten von dir selbst forderst, desto leichter wirst Du mit Herausforderungen in schweren Zeiten umgehen können.

Auch das ist für mich z.B. der Sinn echter (Aus-)Bildung: Was taugt sie für deine Tauglichkeit im Angesicht von Herausforderungen.

Wege aus der ANGST

Die lähmendste Krisenerscheinung überhaupt ist wohl die Angst: Angst vernebelt das klare Denken, verlangsamt das Reagieren und Agieren.

Es gibt viele Mittel gegen die Angst, aber vielleicht nur einen direkten Weg aus der Angst heraus: Mitten hindurch.

Wenn dir klar ist, dass Angst in der Krise nur eine automatische Reaktion ist und letzten Endes nur ein Körpergefühl, dann kannst Du dieses Gefühl ‘einfach’ zulassen und wahrnehmen und trotzdem eine klare Entscheidung treffen und HANDELN.

Angst kann mit entschiedenem Tun nicht lange ko-existieren.

Besinne Dich in Zeiten der Krise auf das was DU TUN kannst - nicht auf die Dinge, die außerhalb deines Einflusses liegen.

Wenn Du dich auf das fokussierst, was DU TUN kannst und entschieden handelst, dann findest Du auch einen Weg aus der Krise.

Und bist danach ein gewachsener, glücklicherer Mensch und noch mehr Du Selbst.

Alles Liebe

         Niels Koschoreck

P.S.: Die neue Coach Ausbildung startet am 8. Juli 2010 in Köln - vollgepackt (nicht nur) mit Mitteln und Wegen, wie Du anderen und dir selbst in Zeiten der Krise helfen kannst: http://www.coaching-ausbildung-nlp.de

Wie Du den Überblick behältst (Was heisst “integrativ denken”?)

Wednesday, April 14th, 2010

In einem vorherigen Blogpost, Integratives NLP, habe ich skizziert, was ich unter „integrativ“ im Zusammenhang mit NLP verstehe.

Ich bin seitdem verschiedentlich gebeten worden, näher zu erläutern, was ich im Allgemeinen mit den Begriffen “integrativ“ und “integratives Denken“ meine, und inwiefern das für den Einzelnen nützlich ist – und dieser Bitte komme ich hiermit nach.

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass mein integrativer Ansatz weder neu noch originell ist – sondern nur eine Weiterführung und Rekombinatiuon bereits vorhandener Ansätze in dieser Richtung.

Eine wichtige Basis ist der “integrale“ Ansatz des amerikanischen Philosophen Ken Wilber.

Wilber ist in Fachkreisen bekannt geworden durch sein Buch “Das Spektrum des Bewusstseins“, und sein Hauptwerk “Eros Kosmos Logos“ darf man sicherlich als eine der philosophischen Meisterleistungen der letzten Jahrzehnte bezeichnen.

Seit der Gründung des “Integral Institute“ ist Wilber auch einem breiteren Publikum bekannt und u.a. auch von Bill Clinton als wichtige Anregung genannt worden.

Dem “integralen Ansatz“  liegt die Prämisse zugrunde, dass kein Mensch zu 100% Unrecht haben kann – im Kölner Raum würde man sagen „an allem is wat dran“.  :-)

Das heisst für den Bereich der Psychologie,  dass es keinen besten Ansatz gibt und auch keinen grundsätzlich falschen.

Als Beispiel: Sowohl Psychoanalyse wie auch NLP beinhalten Teilwahrheiten über die menschliche Psyche, die integriert werden können und je nach Situation und Anforderung jeweils nützlich sind.

Zudem beschreibt Wilber die Grundstrukturen menschlicher Veränderung und Evolution und gibt so eine sehr präzise Landkarte menschlichen Seins.

Nun kann (und will) ich mich nicht mit Wilbers philosophischer Tiefe messen, aber ich nehme seine Gedanken als Anregung zu einem integrativen Ansatz in Coaching, Training und Consulting.

Auf meinen Seminaren heisst das z.B., dass ich mich nicht auf eine Richtung festlege und nur aus einer Quelle schöpfe – ich glaube, dass jeder Wissens- und Erfahrungsbereich Hinweise bieten kann, die sich für persönliche Entwicklung, Veränderung und Transformation nutzen lassen.

Wir können aus den verschiedensten - scheinbar nicht zusammengehörigen - Quellen über uns lernen:
Naturwissenschaft und Soziologie,  Marketing und spirituelle Traditionen, Kunst und  Hochleistungssport.

Wir haben heutezutage mehr Zugang zu dem Wissen aller Zeiten und Bereiche als je zuvor, und ich glaube, dass eine unserer großen Chancen darin besteht, dieses Wissen zu nutzen und zu einem bestimmten Zweck zu integrieren – in meinen Seminaren lautet dieser Zweck z.B. Persönlichkeitsentwicklung, Veränderung und Transformation.

Ich glaube, dass dieses schöpfen aus den unterschiedlichsten Quellen und ihre Integration zu einer notwendigen und lohnenden Horizonterweiterung führt, die das Leben lebenswerter, intensiver, verständlicher und oft auch leichter macht.

Und ich glaube, dass es nötige Veränderungen beschleunigen kann und für mehr Nachhaltigkeit sorgt.

Mit meinem Seminar “Best Of The Best – Die wirksamsten Veränderungstechniken aller Zeiten“ trete ich den Beweis dafür an.

Im Coaching zeigt sich der integrative Ansatz darin, das ich mich nicht auf eine Methode beschränke.

Es gibt NLP Coaches, provokative Coaches, EFT Coaches usw. und ich bin mir sicher, dass viele davon sehr hilfreiche und wertvolle Arbeit leisten.

Die Begrenzung auf nur eine Methode bringt jedoch mit sich, den Klienten (oft unbewusst) in den Rahmen der jeweiligen Methode zu zwingen – und andere Möglichkeiten und Chancen zur Veränderung nicht wahrzunehmen.

Ich glaube, dass die Kenntnis und Beherrschung verschiedenster Ansätze zu mehr Freiheit führt, für den Coach und den Klienten – und so auch zu besseren Resultaten in der Coachingarbeit.

Es wird oft kritisiert, dass Coaches dann “alles können, aber nichts richtig“.

Ich stimme dem nur soweit zu, dass jemand, der 30 Jahre lang nur NLP macht, darin dann evtl. besser ist als jemand, der 30 Jahre lang verschiedene Methoden im Coaching integriert.

Aber ich bin nicht sicher, ob methodische Kompetenz allein, was die Qualität und Nachhaltigkeit des Coachings angeht, den entscheidenden Unterschied ausmacht.

Der Unterschied, der den Unterschied macht, scheint mir im Coaching eher in der Flexibilität des Coaches hinsichtlich seiner Herangehensweise, seine Offenheit gegenüber dem Klienten, sowie auch seine Lebenserfahrung und die Breite und Tiefe seines Horizontes zu sein.

Wir brauchen Spezialisten, keine Frage, aber oft sieht der Spezialist den Weg durch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr…

Und genau dasselbe Phänomen sehe ich auch im Bereich Marketing Consulting:

Wir brauchen den Spezialisten, ganz sicher, der z.B. jeden Twitter-Trick kennt oder der jede entlegene Ecke der Optimierung von Google AdWords nutzt oder der ein Wortschmied erster Güte ist, wenn es  um die Effektivität von Werbetexten geht.

Aber was wir auch und mehr denn je brauchen, ist den großen Strategen, der den Überblick behält, der von allem genug versteht, und mit orientierenden Generalisierungen arbeiten kann.

Im Marketing geht es Unternehmern oft so, dass sie z.B. ein großes Budget auf den AdWords Consultant verwenden, und dann vom Resultat enttäuscht sind, weil z.B. der Werbetext ihrer Website schlecht ist, oder weil die Kunden nicht über Google kommen sondern z.B. immer noch vorwiegend über ausgewählte Print-Medien.

Darauf aber kann (oder will) der AdWords-Consultant nicht hinweisen, weil auch er den Wald vor Bäumen nicht sieht.

Der integrative Ansatz im Marketing Consulting liegt daher in einer Beratung mit Überblick, die Einblick in die verschiedensten Bereiche hat und diese optimal koordinieren kann.

Der “integrative Ansatz“ ist also im Prinzip die Spezialisierung auf das Allgemeine, die Kunst, den Überblick zu behalten und die Renaissance von Bildung als echter Vorteil und Nutzen im Privatleben und im Business.

Alles Liebe

              Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

P.S.: Sei dabei am 8. und 9. Mai: “Best Of The Best - Die wirksamsten Veränderungstechniken aller Zeiten” - mit 100% Geld-Zurück-Garantie!!! 

Demokratie und Neue Elite

Sunday, March 7th, 2010

Der Begriff “Elite” polarisiert.

Es ist schon interessant, wie ein Wort solche heftigen Reaktionen hervorrufen kann:

Das eine Lager schreit laut über “Arroganz und Selbstüberschätzung” und fühlt sich extrem unwohl bei dem Begriff, auch deshalb, weil er das in Demokratien zurecht hochgeschätzte Gleichheitsprinzip zu verletzen scheint.
Das andere Lager ist sofort von dem Begriff eingenommen und akzeptiert ihn mit sicherer Selbstverständlichkeit.

Dabei kann man sich, wenn man nicht genau nachfragt, nie ganz sicher sein, was sich Mitglieder beider Lager unter dem Wort “Elite” denn nun wirklich vorstellen.
Da mein Blog, mit voller Absicht, im Untertitel die Wendung “für die Neue Elite” nutzt, würde ich gerne ein paar Gedanken zum Thema beitragen, die den Neuen Elite-Begriff etwas erhellen.

Der Dirigent Mariss Jansons ist der einzige Chefdirigent von gleich zwei Orchestern, die in einer Rangliste der besten Orchester der Welt des Magazins Gramophone in der Top 10 vertreten sind.
In den 80ern wurde Jansonss dadurch berühmt, dass er das Oslo Philharmonic Orchestra in kurzer Zeit von völliger Unbekanntheit zu internationalem Weltruhm führte.
Zu dieser Phase seines Lebenswerks sagt Janssons:
“Norwegen ist ein sehr demokratisches Land, wo alle Menschen gleich sein müssen. Das ist offensichtlich gut. Aber wenn das heisst, dass es politisch unmöglich ist zu sagen, dass ein Orchester besser ist als ein anderes, auch wenn das offensichtlich ist, dann macht das die Dinge sehr schwierig.”

Und genau an diesem Phänomen setze ich mit meinem Begriff der Neuen Elite an:
Ich bin absolut für den Wert der Gleichheit aller Menschen, aber ich glaube beobachten zu können, dass in westlichen demokratischen Gesellschaften aus dem Prinzip der Gleichheit oft ein ins Extrem geführtes Programm der Gleichmacherei wird, in dem niemand mehr hervorragen darf, weil er dann scheinbar andere benachteiligt.

Unser gesamtes Schulsystem ist darauf angelegt, möglichst gleichartige Schüler zu “produzieren”, die vor allem zwei Dinge können:
Anweisungen folgen und Wissen re-produzieren.
Eigenes Denken und Außergewöhnlichkeit sind nicht gefragt - der beste Schgüler ist der, der tut was ihm gesagt wird und möglichst exakt das wiederholt, was der Lehrer schon weiss.
Ich bin kein Feind umfangreichen Wissens und konventioneller Bildung, aber das aus dieser Art von Beschulung nichts Neues entsteht, sollte niemanden wundern.
Dass es trotz dieses Beschulungstunnels überhaupt außergewöhnliche Menschen und Kreative gibt, wundert dann aber in der Tat.

Und um noch einmal zu Mariss Jansons zurückzukommen: Er hatte 1997 zwei Herzinfakte, einen davon während des Dirigierens. Und es hält sich beständig die Geschichte, dass er, noch während er schon nahezu bewusstlos auf dem Boden lag, noch versuchte weiter zu dirigieren.

Das ist eine sehr extremes, aber gutes Beispiel für das, was ich mit Neue Elite meine:
Das sind die Menschen, die bereit sind, das zu tun, was die Mehrzahl der Menschen nicht bereit ist zu tun.
Das sind Menschen, die trotz des Unbehagens, anders zu sein, sich nicht scheuen, aus der Masse hervorzuragen.
Es sind Menschen, die sich über die Angst vor dem Neuen hinwegsetzen und trotzdem handeln.

Dass ihnen das manchmal als Arroganz ausgelegt wird, ist kaum verwunderlich. Wer seine besonderen Fähigkeiten offen auslebt, wird oft von denen, die es nicht tun, als arrogant erlebt.

Mitglieder der Neuen Elite sind aber nicht arrogant in dem Sinne, dass sie andere Menschen verachten - ganz im Gegenteil:
Sie schätzen den Wert eines Menschen viel höher ein, als es die Gleichmacherei jemals könnte, weil sie aus eigener Erfahrung um den unersetzbaren individuellen Kern jedes Menschen wissen.

Die Neue Elite will auch nicht bestreiten, dass das Gleichheitsprinzip und die Demokatie eine der wichtigsten Errungenschaften menschlicher Kultur ist - ganz im Gegenteil:
Das Gleichheitsprinzip sorgt im Idealfall für die gleichen Rechte und gleichen Chancen jedes Einzelnen.

(Wobei die Schattenseiten des Gleichheitsprinzip auch gerne ignoriert werden:

Nehmen wir zum Beispiel den Aufstieg der Internet-Foren und Social Media, in denen z.B. die Meinungsfreiheit offener ausgelebt werden kann als je zuvor in der menschlichen Geschichte. Unbestreitbar liegen hier große und oft noch ungenutzte Chancen des Austauschs, der Vernetzung, der Kooperation.

Die dunkle Seite dieser Meinungsfreiheit dürfte vor einigen Wochen der Biologe Richard Dawkins auf seinem Forum erleben:
Da brach ein eruptionsartg ein Strom persönlicher Beleidigungen hervor, die alle möglichen Ausdrücke der Fäkalsprache bis hin zu folgender Formulierung beinhalteten ”Ich habe einen plötzlichen Drang, ihnen eine Hand voll Nägel in den Rachen zu rammen.”

Ich habe das selbst bei einer XING-Dískussion erlebt, auf die hin ich so nette emails wie “Du Wichser” von Trainerkollegen bekam…

Ich persönlich halte eine solche Art der Diskussion und Meinungsäußerung weder für “Diskussion” noch Äußerung von “Meinung”, sondern nur für die öffentliche Verlautbarung selektiver Dummheit und Ausdruck psychologischer Schäden.
Mir scheint überhaupt, dass die Fähigkeit zu respektvoller Diskussion auch bei völliger Meinungsverschiedenheit etwas Elitäres geworden ist, zu dem immer weniger Menschen in der Lage oder willens scheinen.)

Ich meine also mit der Fomulierung “Neue Elite” ein vollkommen arroganzfreies Phänomen:

Ich glaube, dass sich das Zeitalter der Gleichmacherei und der blossen Reproduktion, wie es seit der Erfindung der Fabrik vorherrscht, dem Ende zuneigt.
Ich glaube, dass blosses “Anpassen” und “die Anforderungen erfüllen” oft nicht mehr genügt.
Ich glaube, dass heute mehr Menschen als je zuvor die Chance haben, mit ihrer individuellen Authentizität einen wertvollen Beitrag zu Arbeit und Gesellschaft zu leisten und damit produktiver, erfolgreicher und glücklicher sein zu können.

Die “Neue Elite”, dass sind Menschen, die sich auf diesen Weg machen:

Menschen, die durch ihre individuellen Talente und Fähigkeiten glänzen.

Menschen, die sich nicht scheuen zu denken, echtes Mitgefühl zu entwickeln und durch ihre Authentizität zu provozieren.

Menschen, die sich auf menschliche Beziehungen einlassen können.

Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen.

Menschen, die leidenschaftlich für Veränderung und Verbesserung eintreten.

Menschen, die einen Unterschied machen.

Und Menschen, die, wenn es keinen Weg gibt, einen Weg finden.

Alles Liebe & Beste

                 Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

P.S.: Lust auf Neue Elite?  Wir können gemeinsam daran arbeiten: http://www.coaching-ausbildung-nlp.de

Wie Du unerschöpfliche Motivation wecken kannst

Friday, March 5th, 2010

Wenn es um das Thema Motivation geht, wird zu oft noch nach dem alten Prinzip “Zuckerbrot und Peitsche” gehandelt - unter den verschiedensten Tarnnamen:

Ob latente Entlassungsdrohungen und Incentives, Assoziation mit Negativem und Positivem (Schmerz und Freude) á la Motivationsguru Tony Robbins oder schon der Strafe für schlechte Noten und der Belohnung für gute - überall ist “Zuckerbrot und Peitsche” am Werk.

Und damit, wie immer mehr Studien nahelegen, grassiert allerorten immer noch die beste Methode zur DEMOTIVATION.

Denn es wird immer deutlicher, dass dieses alte Prinzip für immer weniger Menschen funktioniert - und sogar zu Motivationslosigkeit führt.

Das ist auch gar nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Prinzip “Zuckerbrot und Peitsche” die Motivationsfaktoren weitgehend externalisiert:
Statt um der Arbeit und ihrer Ziele selbst willen zu arbeiten, wird es aus Angst vor Entlassung oder Schielen auf die Incentives getan.
Statt Freude am Lernen zu entwickeln, wird Angst vor Strafe geschürt und das eigentliche Ziel nach aussen verlegt, z.B. als Bonbons für gute Noten.

Das alles führt nur zu Demotivation, weil der innere Antrieb verloren geht, in manchen Fällen sogar zerstört wird.

Wie aber entwickelst Du echte, unerschöpfliche Motivation?

Basierend auf den Forschungsergebnissen von Daniel H. Pink, wird echte Motivation vor allem durch 3 Faktoren geweckt:

Authentizität, persönliches Wachstum und Sinn

Wer eine Arbeit tut, die ihm im Innersten entspricht und mit seinen Werten, Talenten und Vorlieben übereinstimmt - also authentisch bei der Sache ist - wird eine ganz natürliche, starke Motivation entfalten.

Wer sich durch seine Arbeit persönlich weiterentwickeln kann, wird in dieser Weitenetwicklung selbst eine Quelle der “Belohnung” finden und braucht keinen weiteren externen Ansporn.

Wer seine Arbeit als sinn-voll  erlebt, u.a. weil sie über seine bloss egoistischen Motive hinausgeht und einen echten Beitrag zu etwas Größerem leistet, hat allein dadurch schon deutlich mehr Antrieb als jemand der nur für Geld arbeitet.

Der Weg zu unerschöplicher Motivation ist also ganz einfach:

Sei authentisch.

Finde Möglichkeiten, an deiner Arbeit zu wachsen.

Erkenne den umfassenderen Sinn deiner Arbeit.

Einfach, aber nicht unbedingt leicht.

Alles Liebe & Beste

                  Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

P.S.: Falls Du ein Mensch bist, der gerne mit Menschen arbeitet und dem es Freude macht, andere bei ihrer Weiterentwicklung zu begleiten, dann ist bestimmt die Coach Ausbildung etwas für Dich: http://www.coaching-ausbildung-nlp.de
 

Das Gesetz der Anziehung - Die ganze Wahrheit

Sunday, February 21st, 2010

OK, der erste Paragaph ist nur für diejenigen, die vom Gesetz der Anziehung noch nichts gehört haben. Das Gesetz der Anziehung wurde in den letzten Jahen vor allem popularisiert durch das Buch und den Film “Das Geheimnis - The Secret” von Rhonda Byrne.
Im Prinzip besagt es, dass Du in Deinem Leben das bekommst, was Du am meisten denkst und fühlst:
Wenn Du viel an Krankheit denkst und dich dabei schlecht fühlst bekommst Du mehr Krankheit. Wenn Du viel an Deine Schulden denkst und dich dementsprechend schlecht fühlst, bekommst Du mehr Schulden.
Und wenn Du viel an Reichtum denkst und dich dabei gut fühlst, ziehst Du Reichtum “magisch” an.
Als Erklärung dafür wird oft angeführt, dass Du mit deinen Gedanken und Gefühlen energetische Vibrationen aussendest, die das anziehen, was ihnen entspricht.
Also lautet die Formel z.B. : Negative Gedanken & Emotionen -> Negative Vibrationen -> Negative Erfahrungen = beschissenes Leben. 
So weit, so einfach.

Das Dumme an der Geschichte ist nur, dass sie den “Auschwitz-Test” nicht besteht.
Denn willst Du wirklich glauben, dass etwa 6 Millionen  Juden den Holocaust durch ihre Gedanken und Gefühle angezogen haben? Wäre das nicht sogar noch schlimmer als der klassische Antisemitismus, der “den Juden” an allem die Schuld gibt?
Und willst Du wirklich glauben, dass Menschen, die in einem Unfall oder einer Naturkatastrophe sterben, dies durch ihre Gedanken und Gefühle angezogen haben?

Weil jeder halbwegs intelligente Mensch diese Art zu denken nicht akzeptieren kann, nenne ich den bewahrenswerten positiven Kern dessen, was “das Gesetz der Anziehung” zu vermitteln hat, lieber:

Das Gesetz des dominanten Gedankens und Gefühls

Damit wird eine irgendwie geartete energetische Vibration von Gedanken & Gefühlen weder angenommen noch bestritten.
Was das Gesetz des dominanten Gedankens & Gefühls besagt, ist etwas zutiefst logisches, für dessen Verständnis und Anwendung  keine magischen Beimischungen gebraucht werden, sondern nur gesunder Menschenverstand:

Wenn Du mit Deinen Gedanken nur auf deine Probleme fokussiert bist, hat Dein Gehirn keine Kapazitäten zur Lösung des Problems frei, weil deine gesamte Aufmerksamkeit eingenommen wird von dem Problem.
Wenn Du dich schlecht fühlst, bist Du in einem wenig ressourcevollen Zustand und Veränderung ist ungleich schwerer als wenn Du dich gut fühlst.

Dein Gehirn funktioniert wie eine Art Google-Suchmaschine - wenn Du “Scheisse” eingibst, präsentiert es dir 1000000 Links zu “Scheisse”.
Wenn Du die Frage “Wieso habe ich immer Mißerfolg?” innerlich fragst, gibt dir Dein Gehirn passende Antworten aus der inneren Datenbank zu genau dieser Frage - aber keine Lösung.
Wenn Du dich dagegen beständig fragst “Wie kann ich erfolgreicher sein?” gibt dir dein Gehirn alle dazu verfügbaren Informationen und lässt dich in deiner Umgebung all das wahrnehmen, was dazu passt. Und so besteht eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, dass Du Wege zum Erfolg entdeckst.

Ein ähnliches Prinzip gilt für deine Gefühle - wenn Du dich schlecht fühlst, nimmst Du in dir und um dich herum eher die negativen Aspekte wahr, die dann evtl. dieses negative Gefühl noch verstärken.
Zudem bist Du, wenn Du dich schlecht fühlst, tendenziell weniger in der Lage klar zu denken und entschlossen zu handeln und so positive Veränderungen vorzunehmen.
Wenn Du dich dagegen gut fühlst, bist Du entscheidungsfreudiger und handlungsfähiger.

Mit alledem ist aber nicht gesagt, dass Du alle deine Erfahungen “anziehst”, sondern nur, dass Du deine Erfahrungen und Handlungen durch die Art und Weise deiner Gedanken und Gefühle mitgestaltest - durch deine Wahrnehmung und vor allem durch Dein TUN.
Und genau das ist es, was die “Gesetz der Anziehung”s-Prediger gerne auslassen…

Das Gesetz der Anziehung - Lügen durch Verschweigen?

Nehmen wir z.B. Joe Vitale, einen der “Stars” des Buches “Das Geheimnis” und erfolgreichen Verkäufer des Gesetzes der Anziehung. ( Nicht zu vergessen: Joe war einmal Verkäufer von Gebrauchtwagen…)
Ich habe Joe Vitale auf verschiedenen Seminaren und im privaten Gespräch erlebt und glaube daher zumindest bestätigen zu können, dass er wirklich an das glaubt, was er predigt.
Und Joe weist, im Gegensatz zu vielen seiner Co-Stars, auch darauf hin, dass massives und effektives Handeln notwendig ist, um Erfolg “anzuziehen”.
Aber in seinen Seminaren und Vorträgen geht es zu 95% um alle möglichen inneren Techniken zum Aktivieren des Gesetzes der Anziehung und nur zu 5% um TUN.

Und ich glaube genau darin liegt die Gefahr der offiziellen Version des “Gesetzes der Anziehung”:
Viele Leute übersehen den dann doch recht großen Anteil, der in harter Arbeit und sehr präzisem Know-How liegt.

Joe Vitale z.B. verbringt vielleicht 1 Stunde am Tag damit, mit mentalen Techniken das Gesetz der Anziehung zu aktivieren und den Rest des Tages mit harter und gekonnter Arbeit.
Joe hat Jahre damit verbracht, Marketing-Techniken zu erlernen und ihre Anwendung zu perfektionieren.
Joe hat unzählige Bücher geschrieben - und die schreiben sich nicht durch Visualisieren, Affirmationen und magische Mantras.
Joe hat eine breite Produktpalette von CDs und DVDs, die auch nicht durch Meditation entstanden sind und einen grossen Teil seines finanziellen Reichtums erbringen.

Viele Leute mißverstehen das Gesetz der Anziehung und werden dadurch in gewisser Weise zu infantilen kleinen Kindern, die wieder an den Weihnachtsmann glauben.
Aber Erfolg und Veränderung brauchen keine infantile Geisteshaltung, sondern höchstens eine kindliche Freude am Leben und eine sehr erwachsene Haltung zu Handeln, Wissen und Verantwortung. 

Ich würde daher vorschlagen, das “Gesetz der Anziehung” zu den Akten zu legen und durch intelligentes Denken, reifes Fühlen und entschlossenes, informiertes Handeln zu ersetzen.

Das wäre für uns alle besser.

Alles Liebe & Beste

      Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

P.S.: Im März beginnt die neue Integrative Coach Ausbildung in Köln - warum nicht dort intelligentes Denken, reifes Fühlen und entschlossenes, informiertes Handeln lernen? Und andere dazu inspirieren?
Schau hier: http://www.coaching-ausbildung-nlp.de

SEX - Es gibt keinen guten, ausser man tut ‘n

Saturday, February 6th, 2010

“Über Sex spricht man nicht, Sex hat man.” Damit könnte ich mich eigentlich begnügen.

Wenn da nicht das Ergebnis interessanter Studien wäre, welches sich auch in meiner eigenen Erfahrung als Coach widerspiegelt:
Trotz der Allgegenwart des Sex in allen Medien und dem Zerreden der Sexualität unter Freunden und Freundinnen wird über Sexualität immer noch nicht dort geredet, wo es eigentlich am Natürlichsten sein sollte: in Beziehungen.

Es mag überraschen, aber innerhalb von Paarbeziehungen werden die sexuellen Vorlieben fast noch genauso oft tabuisiert wie vor der sogenannten ”sexuellen Revolution”.
Es hält sich anscheinend hartnäckig das Stigma, Sex sei “schmutzig” und die eigenen sexuellen Vorlieben - zumal wenn sie nicht der sogenannten Norm entsprechen - seien “krank” und irgenndwie etwas, für das man sich zu schämen habe.

Dabei kann die “Krankengeschichte der Sexualität” mit einer ganzen Reihe von “Wunderheilungen” aufwarten:
Man denke nur an die Streichung der Homosexualität aus dem Katalog psychischer Krankheiten - da waren auf einen Schlag Millionen von Menschen ganz offiziell von ihrer “Krankheit” geheilt.
Und auch sexuelle Spielarten wie Exhibitionismus, Sadomasochismus, Fetischismus und andere -ismen gelten nur noch dann als “krank”, wenn dadurch Leidensdruck entsteht oder andere Menschen ohne ihre Zustimmung damit behelligt werden.

Und genau da, denke ich, liegt “des Pudels Kern”:
Jede Spielart der Sexualität unter Erwachsenen ist vollkommen ok, wenn sie im Rahmen 100%iger Ehrlichkeit, Offenheit und mit dem Einverständnis aller Beteiligten geschieht.

Das mag zunächst nach einer Selbstverständlichkeit klingen, wird aber immer noch viel zu oft nicht so praktiziert. Stattdessen werden sexuelle Vorlieben vor dem eigenen Partner verheimlicht, versteckt und dann oft zwanghaft ”im Dunkeln” anderswo ausgelebt.

Dabei könnte das ganz einfach sein:
Ich habe gestern einen Artikel in einer englischen Zeitung über Avram Grant, den Manager der Portsmouth-Fussballmannschaft gelesen.
Grant wurde von Jounalisten dabei gesichtet, wie er ein “zweifelhaftes” Massage-Etablissment besuchte (wohinter sich in England oft ein Bordell verbirgt).
Als man seine Frau damit konfrontierte, antwortete sie: “Wenn er ins Bordell gehen möchte, kann er ins Bordell gehen. … Das einzige was ich ihm immer empfehle ist, dass er sich morgens UND abends eine >>Massage<< geben lässt!”
Da scheinen zwei Menschen über die “Tabus” geredet zu haben und sich einig zu sein.

Oft hat man Angst, das Thema in der Beziehung offen anzusprechen, nach dem Motto: Was ist wenn er das nicht mag? Was ist wenn sie mich für pervers hält?”
In der Erfahrung zeigt sich, dass durch Offenheit im Sexuellen viel öfter Gemeinsamkeiten entdeckt werden, die die Beziehung bereichern, als umgekehrt.

Und es gibt mehr Wege, Sexualität auszuleben, als dem lieben Gott lieb ist… :-)

Also nur zu!

Alles Liebe & wirklich guten Sex wünscht

                                                   Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

http://www.twitter.com/NielsDE - fast tägliche Tipps und Gedanken von Niels Koschoreck

Religion im dritten Jahrtausend

Saturday, February 6th, 2010

Im Zeitalter der Globalisierung, wo Kulturen sich - notgedrungen? - näher kommen, sind auch die Religionen der Welt mehr in Austausch und Auseinandersetzung miteinander als je zuvor.

Und einer der zentralen Konflikte der Globalisierung, der berühmt-berüchtigte “Kampf der Kulturen”, wurde und wird immer wieder gerne auf religiöse Problematiken zurückgeführt - neuerdings wieder von den “Atheisten” wie Christopher Hitchens und Sam Harris (die dabei gerne übersehen, dass auch “Atheismus” eine religiöse Position ist).

Dabei besteht ein Grossteil der Verwirrung und des Konfliktpotentials von Religion in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien in denen sich die Weltreligionen und ihre Anhänger befinden:

Ein Grossteil der westlich-christlichen Welt ist seit dem Zeitalter der Aufklärung “vernünftig” geworden und hat sich von “der Religion” abgewendet - u.a. weil die christlichen Schriften bei vernünftiger Betrachtung nicht wörtlich genommen werden können und dadurch auch ihre Institutionen (Kirchen) an Glaubwürdigkeit verlieren.

Spannend daran ist, dass spätestens seit den 60ern das Bedürfnis nach einer Art von Religiosität wieder wächst - auch wenn die neuen religiösen Betätigungsfelder nun unter dem Markennamen “New Age” oder “Spiritualität” firmieren.
Was Menschen dabei eigentlich suchen ist eine Form des Religiösen / Spirituellen, die vernünftiger Hinterfragung standhält - andere haben das ”trans-rationale Spiritualität” genannt.

Gleichzeitig gibt es auf unserem Planeten eine grosse Anzahl von Menschen, die das vernunftbetonte Hinterfragen von Religion noch nicht entwickelt haben, sondern Religion, ihre Schriften, Regeln und Institutionen als Repräsentanten “absoluter Wahrheit” ansehen.

Der arabische Kulturraum z.B., welcher v.a. durch den Islam geprägt ist, hat in weiten Teilen noch nicht eine “Zeitalter der Aufklärung” durchgemacht, eine voll entwickelte und rationale Kritik des Islam durch arabische Intellektuelle wird oft noch, auch gewaltsam, unterbunden.
Man denke nur an das Beispiel Salman Rushdie’s “satanischer Verse”: Rushdie befindet sich als arabischer Intellektueller heute in ähnlicher Position wie Galileo Galilei vor über 350 Jahren (!) - stelle die Religion in Frage und Dein Leben ist bedroht.

In den USA finden wir beide Phänomene: Streng gläubige Christen im “Heartland”, spirituelle Sucher an den Küsten.

Eine Herausforderung des dritten Jahrtausends besteht darin, die unterschiedlichen Entwicklungstadien innerhalb der verschiedenen Religionen zu koordinieren und eine Aufklärung innerhalb der Religionen zu befördern.

Wie das geht, ist eine der wirklich aufregenden offenen Fragen unserer Zeit.

 

Alles Liebe

 

       Niels Koschoreck

 

Sei Du Selbst. Nur besser.


http://www.twitter.com/NielsDE - fast tägliche Tipps und Gedanken von Niels Koschoreck

Eine andere Politik - integratives, überparteiliches politisches Denken

Saturday, February 6th, 2010

Politik, nicht nur in Deutschland, ist in modernen Demokratien festgefahren in Partei-Politik und blinder Parteilichkeit. Dass sich in Deutschland die möglichen Kombinationen von Koalitionspartnern zu erweitern scheinen, kann vielleicht als hoffnungsvolles Zeichen gewertet werden, dass sich in dieser Hinsicht etwas zu ändern beginnt.

Parteiische Politik trennt sich, trotz viel bemühter dritter Wege, zumeist immer noch in links und rechts. Ich möchte eine vereinfachte Definition von “linker” und “rechter” Politik anregen:

“Linke” sehen die Ursachen menschlichen Heils und menschlicher Misere in externen Bedingungen, “Rechte” (nicht Rechtsextreme) sehen die Ursachen menschlichen Glücks und menschlichen Leides in internen Bedingungen.

Linke Politik sieht gesellschaftliche Chancenungleichheit, mangelnde staatliche Hilfe, Ausbeutung durch “andere” - Menschen sind Opfer des Systems, Spielball externer Kräfte, die reguliert werden müssen.

Rechte Politik sieht mangelnden Fleiss, zu wenig Eigenverantwortung, zu wenig Spielraum für die Entwicklung individueller und unternehmerischer Freiheit - Menschen sind für ihr Leben ganz allein selbst zuständig und formen ihr Leben durch interne Einstellungen und Entscheidungen.

Integrative und in dem Sinne überparteiliche Politik dagegen ist in der Lage zu sehen, dass beide Perspektiven richtig sind. “Links” und “Rechts” sind keine sich ausschliessenden Konzepte, sondern ganz einfach nur unterschiedliche Blickweisen auf Mensch und Gesellschaft, nämlich “intern” und “extern”.

Jedem Menschen, der seine Intelligenz einigermassen weit entwickelt hat, ist sofort klar, dass es sowohl innere wie äussere Faktoren gibt, die entwicklungs- und verbesserungsfähig sind.

Die Aufgabe einer “anderen” Politik, die den Herausforderungen des 3. Jahrtausends gewachsen ist - und diese Herausforderung besteht vor allem in der Integration vollkommen unterschiedlicher Kulturen, Wertsysteme und Weltanschauungen - muss die Parteilichkeit überwinden und die verschiedenen Perspektiven in ihrer Herangehensweise an Problemlösungen integrieren.

Was es dafür braucht nenne ich gerne - in bewusster provokativer Zuspitzung - eine intellektuelle Elite von Politikern, die in der Lage sind, über begrenzte parteiliche Perspektiven hinauszusehen und die verschiedenen Wege zu kombinieren.

Die Frage ist nur, ob solche Politiker in einer Demokratie, deren Großteil an Mitgliedern sich noch nicht über einseitiges, parteiliches Denken hinausentwickelt hat, überhaupt gewählt werden würde…

Alles Liebe & Beste    


              Niels Koschoreck

 Sei Du Selbst. Nur besser. 


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