Warum Selbsthilfe nicht hilft
Wednesday, August 25th, 2010Ich kenne viele Menschen, die haben einen Haufen Selbsthilfebücher gelesen und viele Seminare besucht - und doch sagen sie, nichts von alledem hätte geholfen und sie hätten immer noch die selben Probleme wie zu Beginn ihres “Selbsthilfetrips”.
In manchen Fällen mag das eine Selbsttäuschung sein, die die positiven Veränderungen einfach übersehen hat, weil sie sich heimlich, still und leise vollzogen haben.
Aber in vielen Fällen nehme ich an, dass diese Selbsteinschätzung durchaus der Wahrheit entspricht.
Aber warum hilft Selbsthilfe nicht? Ein paar Gründe (und mögliche Auswege):
Erwartungen: Die Hype-Depressions-Schleife
Viele Selbsthilfebücher und Seminare arbeiten mit übertriebenen Versprechungen: Veränderungen gehen blitzschnell und überhaupt ändert sich das ganze Leben auf Knopfdruck.Die Wahrheit ist natürlich: Oft dauert es mit der Veränderung auch mal etwas länger und Garantien für Erfolg und Glück im ganzen Leben gibt es nicht!
Aber das lässt sich schlecht schlecht verkaufen…
Also wird in Büchern und Seminaren überwiegend das anstrengungsfreie selige Leben propagiert und versprochen.
Der Leser oder Teilnehmer geht mit großen Erwartungen aus dem Buch / Seminar heraus und wundert sich, dass es im Alltag nicht so leicht ist wie auf dem Seminar dargestellt.
Es muss also etwas mit ihm nicht stimmen - das nächste Buch, das nächste Seminar muss her.
Im ungünstigsten Fall - und der ist gar nicht so selten - führen die immer wieder enttäuschten Erwartungen in depressionsähnliche Zustände hinein, in welchen das “Selbsthilfeopfer” an sich mehr zweifelt als zuvor und sich im Schnitt auch als unglücklicher erlebt als vorher.
Dies wird dann mit dem nächsten Hype (in Form von Buch, Seminar etc.) zu kompensieren versucht: Es entsteht eine Hype-Depressions-Schleife.
Der Ausweg aus dieser Schleife ist, mit optimistischen, aber moderaten Erwartungen an die eigene Weiterentwicklung heranzugehen und Ergebnisse eher langfristig als kurzfristig zu erwarten.
Wenn sie sich dann manchmal leichter einstellen als gedacht - um so besser!
Zudem lohnt es sich, die Sehnsucht nach dem Knopf, der alles gut macht, aufzugeben und stattdessen eine regelmäßige Praxis von Veränderungsritualen und -techniken aufzunehmen.
Das ist einer der Gründe, warum ich an der Konzipierung von Ausbildungen in “Integrativer Lebenspraxis” arbeite - um einen Rahmen für eine individualisierte Persönlichkeitsentwicklung anbieten zu können, die ohne übersteigerte Versprechungen auskommt und dennoch Resultate bringt.
Gewohnheitsschwere
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier - daher ist das Etablieren neuer Gewohnheiten oft nicht so einfach.
Wir hängen sehr an liebgewordenen Gewohnheiten, auch wenn sie uns schaden - zumindest kennen wir sie und fühlen uns mit ihnen daher irgendwie sicher.
Kennst Du auch das Phänomen, dass Du “morgen” mit dem Sport (oder anderem) anfangen wolltest, und dir dann übermorgen einfällt, dass Du das ganz vergessen hast?
Das ist das Phänomen der “Gewohnheitsschwere”:
Wir vergessen ganz einfach, das wir etwas Neues beginnen wollten, weil unsere bisherigen Gewohnheiten so gut eingeübt und automatisiert sind, dass wir wirklich schlichtweg “vergessen”, das Neue zu tun.
Es braucht manchmal einfach regelmäßiger Erinnerung und zuweilen auch des regelmäßigen Anstoßes von aussen, um sich effektiv weiterzuentwickeln.
Mangelnde Praxis - Die “Kenne ich schon”-Krankheit
Eine der beliebtesten Strategien unter “Selbsthilfesüchtigen”, um die eigene Weiterentwicklung zu verhindern, ist die Abwehr der Veränderung durch “Kenn ich schon”, “Weiss ich schon”, “Hab ich schon probiert”.
In einer “Informationsgesellschaft” lebend haben viele von uns die Tendenz, Wissen mit Erfahrung, Kenntnisse mit Umsetzung zu verwechseln.
Bei näherem Nachfragen zeigt sich, dass “Kenne ich schon” / “Weiss ich schon” nur heisst, das derjenige zwar die Theorie in und auswendig weiß, aber noch nicht einmal ansatzweise damit begonnen hat, sich um die praktische Umsetzung zu kümmern.
Oft fällt dem Betreffenden das selbst gar nicht auf, weil er eben gewohnt ist, sehr schnell das “Bekannt”-Etikett zu verwenden und die jeweilige Idee damit zu den Akten zu legen.
Ähnliches gilt für den Satz “hab ich schon probiert”: Auch hier zeigt sich bei näherem Nachfragen oft, dass derjenige es bei halbherzigen Versuchen belassen hat oder nach einer kurzen Phase der Umsetzung mangels schneller Ergebnisse aufgegeben hat.
Übertriebene Erwartungen, Gewohnheitschwere und mangeldne Praxis hängen natürlich oft zusammen.
Weil mir diese Phänomene immer wieder begegnen, habe ich die VIP Mitgliedschaft und das Coaching Programm erschaffen, um diesen Faktoren entgegenzuwirken und eine langfristig angelegte Entwicklung der ganzen Persönlichkeit zu fördern.
Nun bleibt nur die Frage: Was willst DU in deinem Leben verändern?
Alles Liebe
Niels Koschoreck
Sei Du Selbst. Nur besser.
प्रेम
http://www.nielskoschoreck.de/
P.S.: Das nächste Modul der integrativen Coach-Ausbildung findet vom 2. - 5. September in Köln statt - Einstieg jederzeit möglich!