Archive for the ‘NLP und Coaching’ Category

Optimierung: Motivation und Produktivität

Tuesday, August 24th, 2010

Eines der häufigsten Anliegen von Coaching-Klienten ist, die eigene Motivation und Produktivität zu erhöhen.

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom und Motivations- bzw. Produktivitätssteigerung sind höchst individuell zu gestalten - aber eine Möglichkeit, die eigene Motivation und Produktivität zu steigern, ist, sich beständig zu verbessern und mehr über das eigene Tätigkeitsfeld zu lernen.

Der bekannte Ausspruch des Basketballcoaches Pat Riley lautet: “Wenn Du dich nicht verbesserst, verschlechterst Du dich.”
Wer nicht beständig dazulernt und sich verbessert, dessen Fähigkeiten nehmen ab. Nichts dazuzulernen bedeutet nicht Stagnation, sondern Verschlechterung.

Was hat das mit Motivation und Produktivität zu tun?

Die weitverbreitete Symptomatik der “Aufschieberitis” hat oft auch damit zu tun, dass man sich nicht zutraut, einen bestimmte Aufgabe gut genug zu erfüllen.

Wer beständig dazulernt und sich auf dem neuesten Stand hält, erhöht nebenbei auch sein Selbstvertrauen und wird anstehende Projekte leichter und motivierter angehen, weil er weiss, dass er den Aufgaben gewachsen ist.

Doch nicht nur das: Wer seine Fähigkeiten beständig schult und optimiert wird aufgrund seine höheren Fähigkeitenniveaus bestimmte Projekte auch schneller erledigen können.

Das einfache Beispiel des Schreibens am Computer macht dies sehr schön deutlich:
Wer noch mit 2-Finger-Suchsystem tippt und kaum weiss, was ein Word-Dokument ist, wird sich schwer tun, motiviert und produktiv all die Aufgaben zu erledigen, die mit “Schreiben am Computer” zu tun haben.
Wer sich dagegen die Zeit nimmt, einen Tippkurs zu belegen (gibt es gratis im Internet) und zu lernen, wie Word einem das Leben erleichtern kann, geht ungleich motivierter an die Sache heran und wird Projekete schneller abschliessen können.

Also: Was kannst Du heute dazulernen?
 

Alles Liebe & Beste

            Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser. 
प्रेम

http://www.nielskoschoreck.de


P.S.: Wenn Du dir selbst und / oder anderen Menschen dabei helfen möchtest, Produktivität und Motivation zu steigern ist die Coach Ausbildung genau das Richtige für Dich - die Ausbildung ist modular angelegt und so ist der Einstieg jederzeit möglich. Nächste Gelegenheit vom 2. - 5. September!

Was ist Coaching eigentlich wirklich?

Wednesday, June 30th, 2010

Es besteht immer noch oft genug Verwirrung darüber, was Coaching eigentlich ist - z.B. in Abgrenzung von Therapie und Consulting.
Daher hier meine eigene kurze Definition.

 

WAS COACHING NICHT IST

 

* Coaching ist nicht Therapie unter anderem Namen - es werden keine psychischen Kranheiten diagnostiziert, behandelt oder therapiert. Jedwede Form psychischer Krankheit ist nicht Gegenstand von Coaching, sollte es nicht sein und darf es von der Gesetzgebung her auch nicht sein.

* Coaching ist nicht Consulting: Ein Coach vermittelt nicht spezifisches Know-How und übernimmt auch keine gebietsspezifischen Arbeiten für den Klienten.

* Coaching ist kein Erteilen von Ratschlägen: Ein Coach weiß es auch nicht besser. Coaching dient nicht dazu , dem Klienten Ratschläge zu erteilen, die letzten Endes auch nur aus dem begrenzten und individuellen Weltbild des Coaches stammen.
 
WAS COACHING IST

 

* Coaching ist ergebnis- und zielorientiert: Coaching beschäftigt sich nur dann mit der Vergangenheit, wenn dies für das Erreichen eines Ziels bzw. das optimale und nachhaltige Erzielen eines guten Ergebnisses wirklich notwendig ist.

* Coaching gibt der Zukunft den Vorrang: Coaching beschäfigt sich vor allem mit dem Eröffnen von Gestaltungsmöglichkeiten und positiven Entwicklungen in der Zukunft.

* Coaching glaubt an den Klienten: Gute Coaches glauben an die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Klienten und sehen Menschen als Wesen, die mit allem nötigen Potential für ihre eigene erfolgreiche und glückliche Lebensgestaltung ausgestattet sind

* Coaching basiert auf der Eigenaktivität des Klienten: Der Coach begleitet seine Klienten bei der Gestaltung ihrer Entwicklung und hält sie dazu an, die Versprechen, die sie sich selbst geben, auch zu halten. Coaching unterstützt bei der aktiven Lebensgestaltung.

Ganz puristisch gedacht heisst Coaching für mich im Wesentlichen:

Dem Klienten bei dem Prozess der Entfaltung seines eigenen Potentials zur Seite zu stehen und ihn dabei zu unterstützen etwaige (innere und äußere) Widerstände optimal zu überwinden.

 

 

Alles Liebe & Beste

      Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

P.S.: Die besten Techniken für effektives und nachhaltiges Coaching kannst Du auf der Coach Ausbildung ab 8. Juli lernen!
 

 

Licht und Schatten - Die 2 Aspekte des Unbewussten

Wednesday, June 9th, 2010

Es gibt innerhalb der verschiedenen psychologischen Ansätze, sehr grob unterteilt, mindestens 2 Gruppen von Konzeptionen des Unbewußten:

Die eine Gruppe (z.B. in derErickson’schen Hypnotherapie & NLP) sieht das Unbewusste vor allem als Reservoir aller Ressourcen, Stärken, positiven Kräfte und Möglichkeiten an, die es zu aktivieren gilt.

Dia andere Gruppe (z.B. Psychoanalyse, Individualpsychologie) sieht das Unbewusste als den Hort aller verdrängten “negativen” Erlebnisse und abgelehnter Persönlichkeitsanteile an.

Welche Konzeption ist nun die Richtige? Gemäß der integrativen Ansatzes, den ich verfolge, ist die Antwort: Beide.

Das “gute” Unbewusste

Milton Ericksons positive Konzeption des Unbewussten - in dem immer und jederzeit alle Ressourcen zur Verfügung stehen, die ein Mensch braucht, um seine Probleme zu lösen - war und ist ja vor allem anderen ein sehr hilfreicher linguistischer Trick, der sich wunderbar als hypnotisches Werkzeug nutzen lässt:

Wann immer jemand sich seiner Probleme bewusst ist und zu stark auf sie fokussiert, also “bewusst” keinen Ausweg weiss, kann der mit ‘Hypnose’ arbeitende Therapeut oder Coach Variationen des Satzes nutzen:

“Ganz richtig, Dein Bewusstsein kennt noch keinen Ausweg.
Dein Unbewusstes jedoch hat längst Möglichkeiten und Wege gefunden, wie Du kraftvoll und kreativ mit diesem Thema umgehen kannst…”

Die Unterscheidung BEWUSST - UNBEWUSST ermöglicht es so, unterstützende Ressourcen zu aktivieren, die der betreffende Mensch ja nunmehr ohne Zweifel hat - sie sind ihm halt nur unbewusst.

Das Gute und Wirksame an diesem Ansatz ist, dass er sich kaum widerlegen lässt: Denn was unbewusst ist, kann ich nicht anzweifeln, denn Zweifeln kann ich nur an dem, was mir bewusst ist.

So kann ich mich also getrost auf “mein Unbewusstes” verlassen, indem all die guten und positiven Ressourcen gespeichert sind - und erlebe so oft, dass sich Lösungen und Veränderungen auf ganz leichte Art und Weise einstellen.

Grenzen des “guten” Unbewussten

Ich selbst komme, in meiner Praxis als Coach und Trainer, von diesem positiven Konzept des Unbewussten her und habe durch die verschiedensten Anwendungen dieses Ansatzes oft verblüffende Veränderungen anstossen können.

Gleichzeitig jedoch bemerkte ich im Laufe der Jahre, dass dieses Konzept nicht immer aufgeht und vor allem nicht notwendig zur Weiterentwicklung des Menschen führt.

Ich stieß mit dieser Herangehensweise immer wieder an Grenzen: Egal wie hoch die Dosis an Selbsthypnose, egal wie präzise die Anwendung von NLP Techniken - bestimmte Themen holten meine Klienten immer wieder ein. 

Daraufhin fielen mir zunehmend die Freud’schen und allen voran Jung’schen Ansätze in Bezug auf das Unbewusste wieder ein, mit denen ich mich während meines Studiums bis zum sprichwörtlichen ‘Erbrechen’ auseinandergesetzt hatte:

Das “dunkle Seite” des Unbewussten

C.G. Jung nennt einen Teil seiner Konzeption des Unbewussten den “Schatten” - dies sind alle von einem Menschen verdrängten, abgelehnten, ungewollten Anteile seiner Persönlichkeit.

Und je mehr und intensiver diese Anteile in den ”Schatten” abgedrängt werden, desto vehementer brechen sie in den unpassendsten Situationen hervor.

Wenn ich z.B. Agression sehr stark (in mir) ablehne, geschehen 2 Dinge:

a) Ich nehme sie mehr in Anderen wahr und rufe sie unbewusst manchmal sogar hervor. (Projektion)
b) Ich werde manchmal selbst von  scheinbar unkontrollierbarem Zorn überwältigt.

Das ist auch einer der Mechanismen, der zu wiederkehrender Selbstsabotage oder sich oft wiederholenden Problemkonstellationen führt.

Da kann man nun z.B. unendlich lange mit Hypnose arbeiten und sich etwas anderes “einreden” - solange der abgelehnte Anteil nicht als eigener anerkannt und integriert wird, ist die angestrebte Veränderung sehr selten nachhaltig.

 

Das Spektrum des Unbewussten

Üblicherweise nehmen die Verteter dieser beiden scheinbar gegensätzlichen Konzeptionen des Unbewussten sehr extreme konträre Positionen ein:

Im NLP wird meist jede Arbeit mit “dunklen Anteilen” oder überhaupt die allzu ausufernde Beschäftigung mit Problemen abgelehnt und als “Therapie” oder “Theorie” verunglimpft - dieser anti-therapeutische und anti-akademische Affekt haftet dem NLP seit Beginn an.

In der Psychoanalyse werden lösungsorientierte hypnotische Ansätze ganz einfach als obeflächlich und nicht tiefgehend genug abgetan.

Ich glaube dagegen, dass sich beide Aspekte des Unbewussten sehr gut und gewinnbringend kombinieren lassen und bin in meiner Arbeit in  Training und Coaching immer mehr dazu übergegangen, mit Anregungen aus beiden Richtungen zu arbeiten.

Das Ergebnis ist mehr Nachhaltigkeit als zuvor und vor allem das Gefühl meiner Klienten und Seminarteilnehmer, sich wirklich als ganzer Mensch weiterzuentwickeln - statt nur hypnotische Tricks anzuwenden oder nur in Problemen zu wühlen.

Alles Liebe

    Niels Koschoreck

 

P.S.: Wie man im Coaching mit beiden Aspekten des Unbewussten arbeitet ist u.a. Thema der Integrativen Coach Ausbildung ab 8. Juli.
Eine fortgeschrittene Form der Vewendung von Hypnose im Alltag ist das Thema auf meinem Seminar “Aufwachen!” - Hypnose * Selbsthypnose * Massenhypnose vom 29.07.10 bis 01.08.2010. (Details folgen)

Wie Du den Überblick behältst (Was heisst “integrativ denken”?)

Wednesday, April 14th, 2010

In einem vorherigen Blogpost, Integratives NLP, habe ich skizziert, was ich unter „integrativ“ im Zusammenhang mit NLP verstehe.

Ich bin seitdem verschiedentlich gebeten worden, näher zu erläutern, was ich im Allgemeinen mit den Begriffen “integrativ“ und “integratives Denken“ meine, und inwiefern das für den Einzelnen nützlich ist – und dieser Bitte komme ich hiermit nach.

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass mein integrativer Ansatz weder neu noch originell ist – sondern nur eine Weiterführung und Rekombinatiuon bereits vorhandener Ansätze in dieser Richtung.

Eine wichtige Basis ist der “integrale“ Ansatz des amerikanischen Philosophen Ken Wilber.

Wilber ist in Fachkreisen bekannt geworden durch sein Buch “Das Spektrum des Bewusstseins“, und sein Hauptwerk “Eros Kosmos Logos“ darf man sicherlich als eine der philosophischen Meisterleistungen der letzten Jahrzehnte bezeichnen.

Seit der Gründung des “Integral Institute“ ist Wilber auch einem breiteren Publikum bekannt und u.a. auch von Bill Clinton als wichtige Anregung genannt worden.

Dem “integralen Ansatz“  liegt die Prämisse zugrunde, dass kein Mensch zu 100% Unrecht haben kann – im Kölner Raum würde man sagen „an allem is wat dran“.  :-)

Das heisst für den Bereich der Psychologie,  dass es keinen besten Ansatz gibt und auch keinen grundsätzlich falschen.

Als Beispiel: Sowohl Psychoanalyse wie auch NLP beinhalten Teilwahrheiten über die menschliche Psyche, die integriert werden können und je nach Situation und Anforderung jeweils nützlich sind.

Zudem beschreibt Wilber die Grundstrukturen menschlicher Veränderung und Evolution und gibt so eine sehr präzise Landkarte menschlichen Seins.

Nun kann (und will) ich mich nicht mit Wilbers philosophischer Tiefe messen, aber ich nehme seine Gedanken als Anregung zu einem integrativen Ansatz in Coaching, Training und Consulting.

Auf meinen Seminaren heisst das z.B., dass ich mich nicht auf eine Richtung festlege und nur aus einer Quelle schöpfe – ich glaube, dass jeder Wissens- und Erfahrungsbereich Hinweise bieten kann, die sich für persönliche Entwicklung, Veränderung und Transformation nutzen lassen.

Wir können aus den verschiedensten - scheinbar nicht zusammengehörigen - Quellen über uns lernen:
Naturwissenschaft und Soziologie,  Marketing und spirituelle Traditionen, Kunst und  Hochleistungssport.

Wir haben heutezutage mehr Zugang zu dem Wissen aller Zeiten und Bereiche als je zuvor, und ich glaube, dass eine unserer großen Chancen darin besteht, dieses Wissen zu nutzen und zu einem bestimmten Zweck zu integrieren – in meinen Seminaren lautet dieser Zweck z.B. Persönlichkeitsentwicklung, Veränderung und Transformation.

Ich glaube, dass dieses schöpfen aus den unterschiedlichsten Quellen und ihre Integration zu einer notwendigen und lohnenden Horizonterweiterung führt, die das Leben lebenswerter, intensiver, verständlicher und oft auch leichter macht.

Und ich glaube, dass es nötige Veränderungen beschleunigen kann und für mehr Nachhaltigkeit sorgt.

Mit meinem Seminar “Best Of The Best – Die wirksamsten Veränderungstechniken aller Zeiten“ trete ich den Beweis dafür an.

Im Coaching zeigt sich der integrative Ansatz darin, das ich mich nicht auf eine Methode beschränke.

Es gibt NLP Coaches, provokative Coaches, EFT Coaches usw. und ich bin mir sicher, dass viele davon sehr hilfreiche und wertvolle Arbeit leisten.

Die Begrenzung auf nur eine Methode bringt jedoch mit sich, den Klienten (oft unbewusst) in den Rahmen der jeweiligen Methode zu zwingen – und andere Möglichkeiten und Chancen zur Veränderung nicht wahrzunehmen.

Ich glaube, dass die Kenntnis und Beherrschung verschiedenster Ansätze zu mehr Freiheit führt, für den Coach und den Klienten – und so auch zu besseren Resultaten in der Coachingarbeit.

Es wird oft kritisiert, dass Coaches dann “alles können, aber nichts richtig“.

Ich stimme dem nur soweit zu, dass jemand, der 30 Jahre lang nur NLP macht, darin dann evtl. besser ist als jemand, der 30 Jahre lang verschiedene Methoden im Coaching integriert.

Aber ich bin nicht sicher, ob methodische Kompetenz allein, was die Qualität und Nachhaltigkeit des Coachings angeht, den entscheidenden Unterschied ausmacht.

Der Unterschied, der den Unterschied macht, scheint mir im Coaching eher in der Flexibilität des Coaches hinsichtlich seiner Herangehensweise, seine Offenheit gegenüber dem Klienten, sowie auch seine Lebenserfahrung und die Breite und Tiefe seines Horizontes zu sein.

Wir brauchen Spezialisten, keine Frage, aber oft sieht der Spezialist den Weg durch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr…

Und genau dasselbe Phänomen sehe ich auch im Bereich Marketing Consulting:

Wir brauchen den Spezialisten, ganz sicher, der z.B. jeden Twitter-Trick kennt oder der jede entlegene Ecke der Optimierung von Google AdWords nutzt oder der ein Wortschmied erster Güte ist, wenn es  um die Effektivität von Werbetexten geht.

Aber was wir auch und mehr denn je brauchen, ist den großen Strategen, der den Überblick behält, der von allem genug versteht, und mit orientierenden Generalisierungen arbeiten kann.

Im Marketing geht es Unternehmern oft so, dass sie z.B. ein großes Budget auf den AdWords Consultant verwenden, und dann vom Resultat enttäuscht sind, weil z.B. der Werbetext ihrer Website schlecht ist, oder weil die Kunden nicht über Google kommen sondern z.B. immer noch vorwiegend über ausgewählte Print-Medien.

Darauf aber kann (oder will) der AdWords-Consultant nicht hinweisen, weil auch er den Wald vor Bäumen nicht sieht.

Der integrative Ansatz im Marketing Consulting liegt daher in einer Beratung mit Überblick, die Einblick in die verschiedensten Bereiche hat und diese optimal koordinieren kann.

Der “integrative Ansatz“ ist also im Prinzip die Spezialisierung auf das Allgemeine, die Kunst, den Überblick zu behalten und die Renaissance von Bildung als echter Vorteil und Nutzen im Privatleben und im Business.

Alles Liebe

              Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

P.S.: Sei dabei am 8. und 9. Mai: “Best Of The Best - Die wirksamsten Veränderungstechniken aller Zeiten” - mit 100% Geld-Zurück-Garantie!!! 

Integratives NLP: Neuansatz und Revision des NLP

Thursday, March 4th, 2010

Zwei Schulen des NLP

In den letzten Jahren habe ich mich bemüht, eine neue didaktische Variante des NLP zu entwickeln, die mit grundsätzlichen Verzerrungen und Übertreibungen im herkömmlichen NLP aufräumt.

Meiner Auffassung nach gibt es zwei grundsätzliche “Schulen” des NLP, die man historisch auf die unterschiedliche Natur ihrer Begründer, Richard Bandler & John Grinder zurückführen könnte.

In Deutschland teilt sich das Feld - und ich verallgemeinere der Vereinfachung halber hier bewusst - in “akademisches NLP” (meist vertreten durch Trainer des DVNLP) und “hypnotisches NLP” (meist vertreten durch Trainer der Society of NLP), mit allen Zwischenstufen und Mischformen.

“Akademisches NLP ”

“Akademisches NLP” legt in sehr deutscher Manier Wert auf theoretischen Hintergrund, abfragbares Wissen und das präzise Ausführen der verschiedenen Techniken und Formate.
Historisch lässt sich das eher auf John Grinder, aber auch auf Robert Dilts, zurückführen.
John Grinder fordert in seinen Trainer Trainings heute sogar umfangreiche schriftliche Prüfungen und die gekonnte Demonstration von Formaten nach einer klaren, vorgegebenen Struktur.

Der Vorteil des “akademischen NLP” ist umfangreiches Wissen über & Beherrschen der Strukturen der NLP-Formate.
Der Nachteil ist oft ein Mangel an Transfer des erworbenen Wissens in das Alltags- und Berufsleben.
Wissen wird eben nicht automatisch zum Tun.

Und John Grinder selbst beklagt 2 grundsätzliche Fehler in den verbreiteten Formen des NLP:
1.) Zuwenig Anwendung des NLP im eigenen Leben der Pactitioner, Master und Trainer.
2.) Eine Überfokussierung auf das Auswendiglernen von Formaten im NLP und eine Vernachlässigung dessen, was Grinder die Grundfähigkeit des NLP nennt: Modellieren - also das strukturerte Herausarbeiten von Fähigkeiten aussergewöhlicher Menschen.
Beidem kann ich - in Grenzen, die ich gleich erläutere - nur zustimmen.

“Hypnotisches NLP” 

“Hypnotisches NLP” arbeitet sehr stark mit hypnotischen Prozessen, Metapherngeschichten und unbewusster Installation.
Hier kommt es weniger auf den Erwerb von Wissen an, sondern mehr auf “persönliche Veränderung”.
Der Trainer erzählt dabei viele amüsante und mglw. lehrreiche Geschichten und die Teilnehmer lernen dabei “unbewusst” bestimmte Fähigkeiten und es verändern sich ganz von selbst, quasi “magisch”, bestimmte Dinge in ihrem Leben.
Der Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass sie in der Tat schneller zu Veränderungen im Leben der Teilnehmer führt.
Der Nachteil besteht darin, dass sich zwar eingens verändert, die Teilnehmer meist aber nachher nicht wissen wie das geschah und auch meistens nicht wirklich lernen, Veränderungen selbst herbeizuführen.
(Schon allein die Terminologie “unbewusste Installation” suggeriert Fremdeinwirkung und schafft oft den latenten Eindruck der Abhängigkeit von dem Können des Trainers.
Dies zeigt sich meinem Erleben nach auch an einem Missverständnis, dem viele Besucher solcher Trainings erliegen: Sie reden in gebetsmühlenartiger Weise mehr darüber, wie toll der Trainer war, als über ihre eigenen Fortschritte und Fähigkeiten.)
Das “Seminarhigh” ist hier deutlich höher, hält aber mit zunehmendem Konsum, wie bei allen Drogen, immer kürzer an.

Ich habe nach Phasen als überzeugter Vertreter der ”akademischen” und danach der “hypnotischen” Herangehensweise in den letzten Jahren versucht, beide zu kombinieren, mit einer Betonung des pragmatischen Teils und Veränderungsaspektes, der meiner Natur entspricht.

Erst seit einiger Zeit ist mir klar, dass die Möglichkeiten und Grenzen des NLP tiefer an der Wurzeln zu packen sind
und des Überdenkens bedürfen:

Verzerrungen und Übertreibungen des NLP

Man versetze sich zurück in die Entstehungszeit des NLP, als die Nachbeben der 60er noch spürbar waren und drogengesponsorte Hyperkreativität das Motto des Tages (und der Nacht) war.
In diesem Milieu tun sich zwei Hochbegabte zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Richard Bandler und John Grinder.

Bandler eignete sich Fähigkeiten von Therapeuten wie Perls, Satir, Erickson auf eine eher intuitive Weise an, Grinder strukturierte das Ganze mit Hilfe seine linguistischen Vorbildung. Das gemeinsame Produkt nannten sie dann NLP.

Übertreibung: Geschwindigkeit

Was beide gemeinsam haben ist ein Hang zur Übertreibung im Sinne des amerikanischen “Schneller, Höher, Weiter”.
NLP war und ist bekannt für seine Versprechungen schneller Veränderungen - und diese Versprechungen machen einen Grossteil seines kommerziellen Erfolges aus.
Dass die Versprechungen von “Heilung in 3 Minuten” nicht immer einzuhalten sind, brachte Bandler und Grinder den scherzhaften Kosenamen “Bandit & Swindler” ein.
Und es kursieren gerne noch die Anekdoten von den NLPlern, die nach erfolgreicher Demonstration der superschenllen Phobieheilungstechnik (Fast Phobia Cure) schnell die Stadt verlassen, bevor die Wirkung nachlässt.

Denn in der Tat ist eine der Übertreibungen des NLP, dass sich alles und jedes schnell und einfach verändern lässt.
Das kann durchaus manchmal so sein - ich habe schon radikale und nachhaltige Veränderungen in wenigen Minuten erlebt - nur kann es manchmal eben auch länger dauern und etwas Arbeit erfordern.
Grössenwahsinnige NLPler erklären das dann gerne damit, dass der NLP-Anwender der keine schnellen Veränderungen herbeiführen kann, eben nicht gut genug ist.
Fragt man aber den Teil ihrer Klienten, die sich nicht verändert haben, ergibt sich ein anderes Bild…
Es gibt sogar NLPler, die so paranoid sind, dass sie jeden Satz der auch nur andeutet, dass Veränderung manchmal länger dauern kann, als “negative Suggestion” etikettieren.

Übertreibung: Modellieren von Genialität

Eine weitere Übertreibung des NLP betrifft die Kerndisziplin des Modellierens.
Das Versprechen des Modellierens war und ist, dass man sich dadurch schnell und leicht “Strategien der Genies” aneignen kann, um dann in kurzer Zeit genauso genial zu sein.
Das Problem ist nur, das Modellieren auf strukturellem Reduktionismus beruht, d.h. dass nur das ins Modell aufgenommen wird (und werden kann), was sich auf erlernbare und im Modell des NLP erfassbare Strukturen reduzieren lässt.
Schon Milton Erickson, eines der ersten “modellierten Genies” hatte das erkannt und weist darauf augenzwinkernd im Vorwort zu Bander & Grinders Buch über ihn (”Patterns”) hin.

Was sich durch Modellieren eben nie erfassen lässt, ist die geamte individuelle Geschichte, Charakterbildung und Zeit des intensiven Einübens von Fähigkeiten, die zu Genie unweigerlich gehören.
Zu Genie gehört das gesamte Individuum, welches sich nicht auf eine erlernbare Schematik reduzieren lässt.

Modellieren mit NLP ist kein schneller und einfacher Weg zum Genie, kann aber durchaus eine hilfreiche Vereinfachung zum beschleunigten Erlernen klar definierter Fähigkeiten sein.

Verzerrung: Überbetonung der Zukunft

Eine grundlegende Verzerrung im NLP ist die Überbetonung der Zukunft.
Beliebte Sätze aus dem NLP, wie z.B. “the past doesn’t equal your future” oder “the best thing about the past is that it’s over” bringen diese Venachlässigung der Vergangenheit zum Ausdruck.
Zwar ist es in der Tat möglich, Veränderungen ohne Rückgriff auf die Vergangenheit herbeizuführen - aber wenn das, wie häufig im NLP, ins Extrem gebracht wird, kommt man oft zu dem biblischen Schluss:
Zwar haben wir mit der Vergangeheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit nicht mit uns.

Das häufige Ausblenden der Vergangenheit ist auch eine Herabwürdigung und Entkräftung des Einzelnen, weil seine gesamte Lebensgeschichte, die ihn zu dem machte, der er heute ist, nicht genügend respektiert wird. 

Zwar bietet die Time-Line Technik hier einen Ansatz, aber einen, in den das Element der Überteibung (”Heile dein Lebenstrauma in 10 Minuten”) sehr stark eingebaut ist.
 

Integratives NLP

Was ich zu entwickeln versuche ist eine Form des NLP, die die pragmatische Grundherangehensweise des NLP bewahrt, aber ihre Verzerrungen und Übertreibungen auflöst und Anegungen & Erfahrungen aus anderen Disziplinen aufnimmt.

Das beginnt mit der Ehrlichkeit über die Wirkung des NLP:

* Veränderung kann sehr schnell gehen, doch das ist nicht immer so.
* Modellieren führt zu beschleunigtem Lernen, aber nicht zu “Genie in kürzester Zeit”
* Deine Vergangenheit ist ein wichtiger Aspekt Deiner Persönlichkeitsbildung, die dir bei der Gestaltung deiner Zukunft dienlich sein kann.

Das wird fortgeführt, indem Erkenntnisse über den sogenannten “Schatten” ins NLP integriert werden.
Jede Übertreibung z.B. führt innerhalb einer Person zu einem Ausgleich in die entgegengesetzte Richtung - wer immer nur ekstatische Gefühle haben will, wird alsbald von depressiven Verstimmungen überrascht.
Wer glaubt, selbst jederzeit gütig zu sein, wird sehr bald auf lauter “ungütige” Menschen stossen bzw. diese so wahrnehmen, weil er seine eigenen verdrängten negativen Seiten nach aussen projiziert.
Dieser wichtige psychologische Aspekt lässt sich durch Integration ins NLP sehr effektiv nutzen, um ganzheitlichere Persönlichkeitsentwicklung zu befördern.

Eine andere Erweiterung des NLP, die ich für nützlich halte, ist die gleichmässige Betonung von Innen und Aussen, Individuum und Beziehung / Gesellschaft.
NLP stellt häufig das “Alles ist machbar” ins Zentrum, bei dem der Einzelne seine Welt durch Beeinflussung seiner eigenen Gedanken und Gefühle gestaltet.
Das ist zwar ein guter Ansatzpunkt zur Veränderung, aber ebensohäufig lohnt es sich anzusetzen:
*bei der physischen Umgebung des Einzelnen
*bei seiner Beziehungsgestaltung in Familie, Freundschaft und Beruf
*bei den Rahmenbedingungen der Organisation und Gesellschaft, in denen er sich bewegt.

Erst dadurch würde Veränderung wirklich alle wichtigen Aspekte miteinbeziehen und zu respektvoller, harmonischer, wirklich effektiver und nachhaltiger Transformation führen.

Alles Liebe & Beste

              Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser. 

Integrative Coach Ausbildung ab 11. März: http://www.coaching-ausbildung-nlp.de

NLP Coaching und Integratives Coaching

Thursday, March 4th, 2010

Um die Grundlagen und die Herangehensweise von NLP Coaching zu verstehen, lohnt sich ein kurzer historischer Rückblick.

Die um die Jahrhundertwende entstehende Psychoanalyse steckte das Feld ab für die moderne professionelle  Veränderungsarbeit am Menschen.
Das Menschenbild der Psychoanalyse ist geprägt von der Annahme, dass Menschen oft in irgendeiner Weise “beschädigt” sind und Pathologien aufweisen, die der Heilung bedürfen.
Das Mittel zur Veränderung ist für die Psychoanalyse und verwandte Herangehensweisen das Erforschen der Vergangenheit - der Leitgedanke dabei ist, den Ursprung eines Problems zu finden und durchzuarbeiten, damit sich in der Gegenwart etwas verändern kann.
Die Psychoanalyse ist also vergangenheits- und problemorientiert.

Als eine Art Gegenbewegung dazu entstehen in den 60ern die verschiedenen Schulen der sogenannten “humanistischen” Strömung, vertreten u.a. durch Abraham Maslow.
Die “humanistische” Herangehensweise konzentriert sich auf die Möglichkeiten und Stärken der Menschen und die Gestaltung der Zukunft.

Im Geiste dieser Grundhaltung entsteht auch NLP:
NLP arbeitet in genau diesem Sinne ressourcen- und zielorientiert.

NLP Coaching arbeitet im Prinzip mit der Grundfrage: Welche Ressourcen / Stärken / Fähigkeiten können aktiviert  werden , um ein klar definiertes Ziel zu erreichen?

Was aber sowohl die auf der Psychoanalyse basierenden Therapieformen wie die NLP Coachingtechniken gemeinsam haben, ist:
Sie konzentrieren sich vor allem auf die Veränderung subjektiven Erlebens und/oder des individuellen Verhaltens.

Was beide Richtungen oft vernachlässigen ist die Komplexität von Beziehungssystemen, das Miteinander von Menschen und die oft unausgesprochenen Regel dieses Miteinander sowie die gesellschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen der Umgebung.

Integratives Coaching dagegen integriert, wie der Name verrät, die Gegensätze der beiden Richtungen und korrigiert die Vernachlässigungen:

In integrativem Coaching kommen sowohl Vergangenheit wie auch Zukunft zu ihrem Recht.

Integratives Coaching erkennt z.B. an, dass es durchaus “pathologische” Verhaltens- und Erlebnisweisen gibt, die evtl. auch der Aufarbeitung der Vergangenheit bedürfen um eine “gesunde” Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren.

Integratives Coaching beendet die Grabenkämpfe zwischen Vergangenheits- und Zukunfts-, Problem- und Lösungsorientierung und akzeptiert, dass dies alles Teile der ganzen Wahheit sind, die nicht gegeneinander ausgespielt zu werden brauchen, sondern integriert werden müssen.

Die ganz pragmatische Herangehensweise von integrativem Coaching nutzt diese verschiedenen Perspektiven gleichermassen, je nach dem Bedarf und den Zielen des Klienten.

Zudem beschränkt sich integratives Coaching nicht bloss auf die innere Erlebnisstruktur oder die äusseren Verhaltensweisen des Klienten, sondern erweitert dies um die Gesichtspunkte der verschiedenen Beziehungskonstellationen und -spielregeln sowie den jeweiligen sozio-politischen Umgebungsbedingungen.

Damit stellt integratives Coaching einen Schritt hinaus dar über herkömmliches (NLP) Coaching, welches es beinhaltet und erweitert.

Ich glaube, dass sich durch integratives Coaching deutlich tiefere und nachhaltigere Ergebnisse in Veränderungsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung erzielen lassen, als mit den begrenzten / einseitigen überkommenen Formen von Coaching.

Alles Liebe & Beste

                   Niels Koschoreck

Sei Du Selbst. Nur besser.

http://www.coaching-ausbildung-nlp.de - Die Integrative Coach Ausbildung